Wie alles begann

Ein merkwürdiges Geschick liegt über der Geschichte des Dorfes Vettweiß; denn sie beginnt mit einer Fälschung. Zwei Urkunden, von denen die eine im Jahre 989 durch den Kölner Erzbischof Evergerus, die andere 1032 durch den hl. Heribert ausgestellt sein soll, erwähnen schon unser „Wihse" und die Kirche daselbst; eine dritte schließlich, datiert aus dem Jahre 1072, ist von dem Kölner Erzbischof Anno gefertigt. Leider aber sind alle drei Urkunden Fälschungen, die schon vor 1136 von den Mönchen des Kölner Martinsklosters hergestellt wurden, um einen Zerfall ihres Besitzstandes zu verhindern.

Es würde zu weit führen, an dieser Stelle den Zusammenhängen nachzugehen; in anderer Verbindung soll davon die Rede sein. Immerhin steht so viel fest, dass die Annourkunde aus dem Jahre 1072 doch wenigstens auf einer echten Vorlage beruht. Infolge dieser überweist der Kölner Kirchenfürst dem Kloster St. Martin den Kirchenzehnten in Vettweiß und ebenso den Zehnten in Kettenheim, den der Priester der Kirche (zu Vettweiß) innehat. Der grundherrliche Zehnt ist schon vor 1059 im Besitz des Kölner Stiftes St. Maria ad gradus. An den Besitz des Martinsklosters erinnert noch die Bezeichnung „Mönchshof", während der „Fronhof" die Erinnerung an das Marienstift wachhält.

„Wihse" heißt unser Ort also ursprünglich, wie auch heute noch der Volksmund von „Wiis" schlechthin spricht. Damit kommen wir auf den Ursprung der Siedlung, es ist der Platz in der „Weide"; althochdeutsch „wisa" ist die feuchte Grasfläche, die Viehweide. Erst im späten Mittelalter wird unser Ort, um ihn von den vielen anderen „Wies" und „Weiß" zu unterscheiden, Vettweiß genannt, d. h. „die fette Weide". Die Schreibung mit V ist rein orthographisch.

Gabriela Klippstein

Gabriela Klippstein

07. Apr. 2017 in Aktuelles 0 Kommentar

Mitgliederversammlung
Geschäftsjahr 2016


Die 5. Mitgliederversammlung, die am 7. April 2017 stattfand, war gut besucht. Der Vorsitzende Franz Erasmi berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr. Highlight waren insbesondere die Tagesfahrt nach Burg Vogelsang mit Referentenführung und die Fahrt zum Stiftshof nach Wollersheim. Darüber hinaus veröffentlichte der Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit Prof. Horst Schuh ein Buch über den Vettweißer Frontflieger im Ersten Weltkrieg Peter Hülden. Auf dem HGV-Bildernachmittag, der in der Vorweihnachtszeit stattfand, konnte der neue Jahreskalender erworben werden. Alles in allem ein gutes Jahr für den Verein, was die anwesenden Mitglieder genau so sahen. Die beiden Vorsitzenden und die Schriftführerin wurden einstimmig wiedergewählt. Beim Posten des Kassierers gab es einen Wechsel. Zum neuen Kassierer wurde Norbert Diel gewählt, ein Wahlvettweißer, der als Rechtsanwalt gute Voraussetzungen für das Amt mitbringt. Mit vielen neuen Ideen und Plänen geht es in das neue Jahr. Man darf auf die neuen Projekte gespannt sein, die natürlich hier auf der Webseite veröffentlicht werden.

Zum Abschluss der Versammlung zeigte der HGV das Nerzfarm-Video; hierauf ein Ereignis, das Vettweiß überregional bekannt machte. Tausende Nerze wurden freigelassen und drangen zum Teil bis in die Häuser der Einwohner vor. Fernsehteams und ein Großaufgebot an Polizisten prägten das Straßenbild.

Kindergarten Sommerfest. Das Jahr ist uns leider nicht bekannt, könnte aber ca. 1953-54 sein.

Seite 1 von 14
Aktuelle Seite: Start - Geschichte - Gebäude und Denkmäler - Burgen um Vettweiß - Gabriela Klippstein