Die Besiedlung des Landes

Um 4.000 vor der Zeitrechnung wurden diese Jäger und Sammler sesshaft und erwarben ihren Lebensunterhalt durch Landbestellung und Haustierhaltung. Von dieser Zeit an verdichten sich die Belege über die Besiedlung der gesamten Region in Form von Funden aus den verschiedenen Perioden der Stein- und Metallzeiten. Ein besonders reiches Betätigungsfeld für die Erforschung der Vorzeit fanden die Archäologen bei Müddersheim, wo umfangreiche Ausgrabungen in den Jahren 1956 bis 1959 bedeutende Erkenntnisse über das Leben der Brandkeramiker und der Rössenerkultur (etwa 4.500 - 3.500 v. Chr.) brachten. Immer deutlicher wird unser Bild dieser frühen Zeiten durch Aufschlüsse über Menschen, die Bronze und Eisen zu Werkzeugen und Waffen verarbeiteten, ganz besonders aber aus der Römerzeit.

Die über vierhundertjährige Anwesenheit der auf allen Gebieten hochentwickelten Römer im linksrheinischen Raum und in fast allen Ortsteilen der Gemeinde Vettweiß, ist unübersehbar. Siedlungsplätze, Wasserleitungen, Gräber, Straßen können hier genannt werden. Besonders dicht besiedelt muss das östliche Gemeindegebiet gewesen sein. Die Fundkarten zeigen östlich von Kelz und im Neffelbachraum die meisten Belege an. Aber auch zwischen Vettweiß und Froitzheim und in den Dörfern entlang der Bundesstraße 56 sind zahlreiche Römersiedlungen nachgewiesen. Unser Land scheint geradezu mit römischen Gutshöfen übersät gewesen zu sein. Der fruchtbare Boden war wohl eine Kornkammer für die über das ganze Gebiet verteilten römischen Streitkräfte und die Städte, insbesondere Köln, das über die gut ausgebauten Militär- und Handelsstraßen leicht erreichbar war.

Dieses blühende Land wurde schon von der Mitte des dritten Jahrhunderts an von Volksstämmen aus dem rechtsrheinischen Germanien überfallen, deren sich die Römer zuletzt nur noch durch die Hilfe von unter Vertrag genommener germanischer Hilfstruppen erwehren konnten, denen man Siedlungs- und Lebensraum bot. Der als Franken bezeichnete Stammesbund rechtsrheinisch beheimateter Völkerschaften war um 450 n. Chr. so stark geworden, dass er die Römer aus unserem Gebiet völlig vertreiben konnte. Zu den bereits hier ansässigen Germanen kamen nun die verwandten fränkischen Bauern-Krieger, die als Neusiedler, besonders aber als die Sieger jahrzehntelanger Kämpfe, das Land in Besitz nahmen. Damit brach für unsere Region ein neuer Zeitabschnitt an, ein Neubeginn auf allen Gebieten des menschlichen Lebens, ein Rückfall allerdings auf vielen Gebieten, z.B. technischer, architektonischer, wirtschaftlicher und kultureller Art. Jetzt wurden auch die Grundsteine für die mittelalterlichen Siedlungsplätze in Dörfern gelegt, die heute noch bestehen.

Viele der heutigen Orte können von der Forschung auf Grund ihrer Namen auf römischen oder fränkischen Ursprung bestimmt werden. Die auf die Silbe "...ich" endenden Ortsnamen deuten vielleicht auf ein Weiterleben römischer Restbevölkerung neben den Franken hin. Die Orts- und Hofnamen mit "...heim" -Endung sind ursprünglich fränkische Siedlungen, die somit rund 1.500 Jahre bewohnt sein dürften. Für das Vettweißer Land sind das Froitzheim, Jakobwüllesheim, Kettenheim, Lüxheim, Mersheim, Müddersheim, Veitzheim und Frangenheim. Ob mit "Frangen" noch besonders auf die Franken hingewiesen wird, ist umstritten. Seit der fränkischen Besiedelung ist kein anderer Volksstamm mehr in unserem Gebiet sesshaft geworden. Wir sind also Nachkommen dieses Volkes, das sein Herrschaftsgebiet weit nach Westen und Südwesten ausdehnen konnte.

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