Achim Klippstein

Achim Klippstein

Der bewusste Entschluss, Hausarzt zu sein

Von: Stephan Johnen / Foto: Stephan Johnen

Christian Lyncker & Alexandra Macherey Teamarbeit: Dr. Christian Lyncker und Dr. Alexandra Macherey bilden in Vettweiß eine Praxisgemeinschaft. (Foto: Stephan Johnen)

Viele weite Wege, Hausbesuche, nicht selten lange Arbeitstage weit über die Öffnungszeiten der Praxis hinaus:

So sieht der Alltag eines Landarztes aus. Klingt nach Stress?

„Die Arbeitsbelastung ist überschaubar“, findet Dr. Christian Lyncker, Landarzt in Vettweiß. „Dass viele junge Mediziner diesen Beruf unattraktiv finden, hat viel mit Vorurteilen zu tun“, mutmaßt der 49-Jährige. Nur etwa zwei Prozent der angehenden Ärzte würden sich im letzten Ausbildungsjahr für eine Karriere als Hausarzt interessieren. Der Gang aufs Land sei eine weitere Schwelle.


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Die Folge: Gerade bei Landärzten droht ein Nachwuchsproblem. „Ich habe mich bewusst für diesen Weg entschieden“, sagt hingegen Christian Lyncker. Als er Mitte 40 war, übernahm er die Praxis einer Vettweißer Medizinerin. Es war ein Wagnis“, blickt er zurück. „Doch es war die richtige Entscheidung.“

Die Suche nach Alternativen: Lange Jahre war der heutige Landarzt als Facharzt für Chirurgie in einem Krankenhaus tätig. „Es lag nicht an der Arbeit, dass ich weg wollte“, stellt Lyncker klar. „Es lag an den Arbeitsbedingungen.“ Eine hohe Belastung, viele Nacht- und Wochenenddienste, Notfälle rund um die Uhr und eine „allgemeine Unzufriedenheit bei vielen Kollegen“ hätten ihn dazu bewogen, eine Alternative zu suchen. Nach vielen Sitzungen des Familienrates habe der dreifache Vater sich dazu entschlossen, die Reißleine zu ziehen. Er kündigte – und begann mit der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Der erfahrene Chirurg drückt sozusagen noch einmal die Schulbank, frischte manches Wissen auf, vertiefte seine Kenntnisse auf anderen Gebieten. Als freiberuflicher Arzt verdiente er während dieser anderthalb Jahre sein Geld, indem er Notdienste übernahm.

Vor 4,5 Jahren hatte er die Chance, die Praxis zu übernehmen. Er nutzte sie, bewarb sich – und ist seitdem Landarzt in Vettweiß. „Vielleicht hätte ich an anderer Stelle angesichts meiner Ausbildung mehr verdienen können“, sagt Lyncker.

Aber auch die persönliche Zufriedenheit spiele bei der Wahl des Arbeitsplatzes eine wichtige Rolle. Und er sei heute deutlich zufriedener als zu Klinikzeiten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei viel besser.

Diese Erfahrung hat auch Lynckers Kollegin Dr. Alexandra Macherey gemacht. „Ich wurde sozusagen abgeworben“, sagt die 36-Jährige und lacht. Auch sie war früher Ärztin in einem Krankenhaus, wohnte aber bereits in Vettweiß.

Als der ebenfalls als Hausarzt praktizierende Ehemann von Lynckers Vorgängerin in den Ruhestand ging, übernahm sie die andere Hälfte der Praxis. Als Team sei es zudem sehr gut möglich, flexibel zu arbeiten und sich gegenseitig zu vertreten.

„Wir haben heute mehr Freiräume als vorherige Generationen“, weiß Alexandra Macherey. Dazu zähle auch der organisierte Notdienst, den es nicht immer gab. „Es bringt auch den Patienten nichts, wenn ein Arzt rund um die Uhr arbeitet“, geben die Mediziner zu bedenken.

Die dennoch sehr enge Arzt-Patienten-Bindung sei ein klarer Vorteil der Arbeit. „Gerade bei Hausärzten ist Kontinuität wichtig“, findet Christian Lyncker. Aus Krankenhauszeiten vermissen beide, dass heute nicht alle Untersuchungsmöglichkeiten direkt zur Verfügung stehen.

Weil sie sich dort niedergelassen hat, wo mittelfristig eine Versorgungslücke drohte, wurde Alexandra Macherey vom Land gefördert. „Das war für mich nicht der Anreiz“, betont sie. Die Summe sei direkt in die Renovierung der Praxisräume geflossen. Wirkliche Anreize für junge Mediziner, diesen Weg einzuschlagen, seien beispielsweise ein Abbau der Bürokratie und eine für Ärzte wie Patienten gleichermaßen „transparente Honorierung“.

Die beiden Vettweißer Landärzte hätten sich auch gewünscht, auf ihre Rolle als Arbeitgeber vorbereitet zu werden. „Wir haben schließlich fünf Angestellte“, zählt Christian Lyncker auf. Alle nicht-medizinischen Abläufe einer Praxis mussten beide Ärzte im Tagesgeschäft erlernen.

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/der-bewusste-entschluss-hausarzt-zu-sein-1.675397

 


 

Christoph KochChristoph KochIn der Interview- Serie für das Amtsblatt und die Internetseite führt die Gemeinde Vettweiß interessante Interviews mit Menschen aus dem Gemeindegebiet. Nun im Dezember führt vettweiss.de das monatliche Interview mit Herrn Christoph Koch, Inhaber der Adlerapotheke in Vettweiß. Hintergrund ist die Neueröffnung der Apotheke im Oberdorf an der Gereonstraße.
 
 

vettweiss.de: Herr Koch, Sie sind Inhaber der Adlerapotheke in Vettweiß. Seit wann sind Sie Apotheker?

Christoph Koch: Seit Ende 1994. Von 1989 bis 1993 habe ich in Bonn studiert, anschließend ein praktisches Jahr absolviert, u. a. im Klinikum Aachen. Mit dem bestandenen 3. Staatsexamen war ich dann fertiger Apotheker. 9 Jahre war ich fortan als angestellter Apotheker tätig, u. a in Düren und Jülich.


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 vettweiss.de: Sie kommen nicht aus dem Gemeindegebiet. Wo wohnen Sie und wie hat es Sie nach Vettweiß verschlagen?

Christoph Koch: Ich wohne im Stadtgebiet von Elsdorf, gut 20 Km von Vettweiß entfernt. Der Wunsch nach Selbstständigkeit war eigentlich immer vorhanden. Aber die Suche gestaltete sich schwierig. Und die Konkurrenzsituation in größeren Städten ist nicht unerheblich. Nach mehreren Anfragen bot mir meine Vorgängerin Frau Steinmann die Möglichkeit der Übernahme. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. 10 Jahre bin ich nun in Vettweiß tätig. Es ist mittlerweile wie eine zweite Heimat für mich geworden.

vettweiss.de: Mit den bisherigen Räumlichkeiten der alten Apotheke im Unterdorf und dem neuen Apothekengebäude treffen Welten aufeinander. Wie kam es zu diesem Schritt, sich oben neben den Verbrauchermärkten niederzulassen?

Christoph Koch: Die Idee, mich für die kommenden Jahre oder Jahrzehnte mit einer wesentlich moderneren Apotheke zu präsentieren und mich damit auch identifizieren zu wollen, war rasch vorhanden. Nun lag aber noch ein langer Weg vor mir. So habe ich zunächst genau die Entwicklung des Zentralortes beobachtet und nach einem passenden Grundstück Ausschau gehalten, was aber zunächst nicht von Erfolg gekrönt wurde. Die Ansiedlung der beiden Märkte gab den entscheidenden Impuls. Ein Traum wäre die Errichtung einer Abholschalter-Apotheke gewesen was aber baurechtlich leider nicht möglich war.

vettweiss.de: Woher kommt der Name „Adler Apotheke“ ?

Christoph Koch: Auf Grund von Hinweisen und alten Bonbon-Dosen vermute ich, dass es sich in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts um eine Filialapotheke der Adler Apotheke in Zülpich gehandelt hat. Genaueres weiß ich leider nicht. Aber vielleicht findet sich noch jemand, der durch Übermittlung von Informationen zur Aufklärung beitragen kann.

vettweiss.de: Wie viele Mitarbeiter haben Sie und wie viele von ihnen kommen aus dem Gemeindegebiet?

Christoph Koch: Wir zählen mittlerweile über 10 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Teilzeit, von der angestellten Apothekerin über PTA’s und PKA‘s bis hin zu unseren Boten und der Raumpflegerin.

vettweiss.de: Warum haben Sie nur Frauen beschäftigt? Ist die Frau für das Berufsbild prädestiniert?

Christoph Koch: Ja, das Berufsbild ist sehr von Frauen geprägt. Generell sind Berufe im Gesundheitsbereich eine Frauen-Domäne, vom medizinischen Bereich im Krankenhaus und der Arztpraxis bis zur Apotheke. Der Anteil der Frauen im Studium der Pharmazie liegt bei ca. 75 Prozent.

vettweiss.de: Bilden Sie auch aus?

Christoph Koch: Ja, ich bilde regelmäßig aus. Über die 10 Jahre hatten wir immer eine Auszubildende zur pharmazeutisch kaufmännischen Angestellten (PKA). In Kürze wird die 3. Anwärterin fertig. In gut einem Jahre die vierte. Ich finde es als Arbeitgeber wichtig, nicht nur vom Wissen anderer zu profitieren, sondern die gewonnene Erfahrung auch weiter zu geben.

vettweiss.de: Welche Anforderungen werden heutzutage an eine moderne Apotheke gestellt?

Christoph Koch: Die Beratungsleistung ist nach wie vor unser wichtigstes Aufgabengebiet. Unser Gesundheitswesen ist sehr komplex und für viele von uns undurchschaubar. Darüber hinaus spielen Nebensortimente wie Ernährungsprodukte und Kosmetika zunehmend eine wichtigere Rolle. Schon lange ist auch das Anmessen von Kompressionstrümpfen für uns ein fester Bestandteil der täglichen Arbeit. Dafür steht nun ein eigener Raum mit Liege zur Verfügung.

vettweiss.de: Letzte Frage: Wie stellen Sie sich die Zukunft für Ihre Apotheke vor?

Christoph Koch: Wir versuchen, unsere Service-Leistungen weiter auszubauen. Ich denke, dass dies dem Anspruch einer modernen Gesellschaft entspricht. So wollen wir versuchen, in Verbindung mit Ärzten und der Industrie Selbsthilfegruppen ins Leben zu rufen und somit neben der Apotheke und der Physiotherapie-Praxis von Frau Gratzfeld einem weiteren Gesundheitsbereich Raum und Platz in der Gereonstraße 135 zu geben. 

vettweiss.de: Herr Koch, vettweiss.de dankt Ihnen für das Interview und wünscht Ihnen und Ihrer Apotheke für die Zukunft alles Gute.

Quelle: http://www.vettweiss.de/unsere_gemeinde/Interviews/106160100000004085.php

 


 

7. Januar 1888

Dr. Paul Baron: Niederlassung als Arzt in Vettweiß.

1. Juni 1896

Joseph Claren Apotheker: Eröffnung einer "Filial-Apotheke".

5. November 1900

Joseph Genius: Übernahme der Verwaltung der Apotheke.

18. April 1905

Apotheker Dr. Wilhelm Nagelschmitz Zülpich erhält die Genehmigung zur Fortführung der Filialapotheke in Vettweiß.

10. November 1906

Nachdem der Arzt Dr. N. N. Pössel verzogen ist hat sich Dr. N. N. Schaaf in Vettweiß niedergelassen.

12. Januar 1910

Dr. Heinrich Schaaf: Niederlassung als Arzt in Vettweiß.

22. April 1911

Dr. Wilhelm Nagelschmitz Apotheker erhält die Genehmigung zur Fortführung der Filialapotheke in Vettweiß.

29. August 1919

Gründung einer Niederlassung der Schwestern "von den christlichen Schulen der Barmherzigkeit" in Vettweiß.

3. Mai 1923

Apotheker Wilhelm Nagelschmitz Zülpich erhält die Konzession zur Fortführung der Filialapotheke in Vettweiß.

28. Juli 1928

J. Stahl: Niederlassung als Zahnarzt{Dentist) in Vettweiß.

14. Dezember 1933

Gründung einer Sanitätskolonne für den Amtsbezirk Vettweiß.

26. Juli 1938

Dr. Reinhold Pyro: Niederlassung als Arzt Vettweiß.

16. April 1952

Todesanzeige: Apotheker Dr. Wilhelm Nagelschmitz Zülpich † 12. April 1952 "im Alter von 84 Jahren".

17. Februar 1961

Todesanzeige: Apotheker i. R. Anton Runte Vettweiß † 12. Februar 1961 "im Alter von 75 Jahren".

Dr. med. Dorothea und Axel Gregorius

Ärztin & Arzt, FA Innere Medizin

Praxiseröffnung am 2. Januar 1979 durch Frau Dr. Dorothea Gregorious in der früheren Lehrerdienstwohnung an der Schulstrasse

Ab dem 1. April 1980 am gleichen Standort Gemeinschaftspraxis mit Herrn Dr. Axel Gregorious

Praxisneubau "Auf dem Hörstert", heute Küchengasse 14 mit Eröffnung am 16. April 1986. Anschluß der Gymnastikpraxis Lennartz.

Übernahme der Praxis im Jahr 2009 durch Frau Dr. Alexandra Macherey und Herrn Dr. Christian Lyncker

Dr. med. Alexandra Macherey

Internistin

Dr. med. Christian Lyncker

Arzt, Allgemeinmediziner, Allgemeiner Chirurg, Weiterbildungen: Hausarzt, Spezielle Unfallchirurgie

Quelle

Zeitungsarchiv des Kreis- und Stadtarchivs Düren sowie weiterer Quellen des HGV Vettweiß.

Inbetriebnahme der Biogasanlage Ortsende Vettweiß Richtung Gladbach. ......weiterlesen

"Aufzeichnungen Günter Esser"

Aus 30 000 Tonnen Mais im JahrAus 30.000 Tonnen Mais im Jahr sollen künftig Biogas gewonnen werden. Photo: imago, License: N/A

Ursprünglich sollte die Anlage spätestens im Herbst 2010 in Betrieb gehen. Als Betreiber fungiert die Agrarenergie Vettweiß GmbH, in der sich zu je einem Drittel Vettweißer Landwirte, der Anlagenbauer Bioconstruct aus Niedersachsen und ein Energieversorgungsunternehmen zusammengeschlossen haben.

Genauer gesagt: hätten, wenn es das Energieunternehmen schon gäbe. Ursprünglich sollte das sieben Millionen Euro teure Projekt zusammen mit dem Versorger Rheinenergie aus Köln realisiert werden. Sinkende Gaspreise ließen das Vorhaben aber dann schnell unrentabel erscheinen, so dass Rheinenergie sich wieder zurückzog.

Aktuell wird mit mehreren Energieversorgern gesprochen. Dagmar Schwefer von Bioconstruct auf Anfrage der „DN”: „Es gibt mehrere Interessenten. Sowohl als Investoren, wie auch als Gasabnehmer.” Laufen die entsprechenden Verhandlungen reibungslos, könnte noch in diesem Jahr mit dem Bau der neuen Anlage begonnen werden.

Dagmar Schwefer: „Wenn alle Verträge unterschrieben sind und alle Genehmigungen vorliegen, kann das Projekt schnell umgesetzt werden.” Biogas könnte dann erstmals im Mai ins Netz eingespeist werden. „Das ist ein durchaus realistischer Termin für die Inbetriebnahme”, sagt auch Dagmar Schwefer von Bioconstruct.

Mit eine Voraussetzung dafür ist neben dem Vertragsabschluss mit dem Energieversorger auch das Verlegen der entsprechenden Leitungen von der Biogasanlage im Vettweißer Gewerbegebiet bis zum entsprechenden Einspeisungspunkt am Kettenheimer Graben.

Das soll auf der alten Trasse der nie gebauten Autobahn 56 geschehen. „Dafür laufen die ersten Gespräche”, so der Vettweißer Bürgermeister Josef Kranz, der versichert, dass auch genügend Landwirte bereit stehen, um die Anlage mit Mais zu beliefern.

Die entsprechenden Verträge hatte Bioconstruct schon frühzeitig abgeschlossen. Die Vettweißer Landwirte sollen zum Betrieb der Zwei-Megawatt-Anlage rund 30.000 Tonnen Mais im Jahr anliefern, die auf rund 600 Hektar Ackerfläche angebaut werden.

[TEXT: Aachener Zeitung]

Die erste Verbandssatzung stammt vom 29. Oktober 1914. Hiernach baute man die erste Wasserleitung entlang des Neffelbaches beginnend in Embken bis nach Nörvenich auf. Die Gemeinde Nörvenich stieß 1916 hinzu. Man hielt sich an das natürliche Gefälle des Neffelbaches und schuf eine so genannte Freispiegelleitung, wobei das Wasser im natürlichen Gefälle verteilt wurde. In Embken wurden mehrere Quellen erschlossen und über den Erdbehälter "Eulenberg" bei Füssenich zu den zu versorgenden Ortslagen verteilt. Das auch schon damals erforderliche Gutachten über die Wasserqualität und über die Wassermengen wurde vom Königlichen Kreisarzt Dr. Wex am 25.10.1913 vorgelegt.

Im Laufe der Jahre schlossen sich immer weitere Gemeinden an; so zuletzt die Orte Dorweiler und Pingsheim im Rahmen der kommunalen Neugliederung und schließlich die Ortschaft Vettweiß, die bis zuletzt eine Enklave darstellte. Vettweiß, Sitz des Wasserleitungszweckverbandes der Neffeltalgemeinden, war selbst kein Mitglied. Von 1936 bis 1948 wurde die Verbandsverwaltung in Nörvenich geführt, ehe sie nach Vettweiß wechselte.

Zu Beginn des Jahres 2013 wurde das Verbandsgebiet des WZV um die Ortschaften Wissersheim und Rath der Gemeinde Nörvenich erweitert und das komplette Gemeindegebiet Nörvenich wird somit seit dem 1. Januar 2013 durch den WZV versorgt. Zuvor erfolgte die Versorgung dieser beiden Ortschaften durch das Wasserwerk Wissersheim-Rath, welches zum 31.12.2012 aufgelöst wurde. Bereits seit dem Jahr 2008 nahm der WZV die technische und kaumfännische Betriebsführung für das Wasserwerk Wissersheim-Rath wahr.

Der Wasserleitungszweckverband der Neffeltalgemeinden wird seit seiner Gründung in der Rechtsform des Zweckverbandes nach dem Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit geführt. 1984 gliederte man nach den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung den Eigenbetrieb "Wasserwerk" ein, um auf eine kaufmännische Betriebsführung umstellen zu können.

Heute befindet sich der Sitz des WZV Neffeltal am Seelenpfad 1 in 52391 Vettweiß. Hier wurde am 08.05.2001 ein neues Betriebsgebäude (Verwaltung und Materiallager) bezogen. Der Umzug war seinerzeit notwendig geworden, da aufgrund einer Überprüfung durch das Gewerbeaufsichtsamt der WZV gezwungen war, sein bisheriges Betriebsgebäude grundlegend zu sanieren. Nach einer Bedarfsprognose durch einen Sachverständigen wurde ersichtlich, dass ein Neubau erheblich günstiger als die Sanierung werden würde.

Quelle

Zeitungsarchiv des Kreis- und Stadtarchivs Düren.

1. Juni 1864

Reparatur der sechs Gemeindebrunnen in Vettweiß.

19. Dezember 1874

Anlage eines Brunnens an der Vikarie in Vettweiß.

3. Juli 1915

Ortstatut über die Abgabe und Erhebung von Wassergeld betr. Das Wasserwerk der Gemeinde Vettweiß.

25. September 1950

Wasserleitung im Amtsbezirk Vettweiß. Hochbehälter auf dem Ginnicker Sandberg.

5. Januar 1951

Neue Wege der Wasserversorgung [Amt Vettweiß] Hochbehälter bei Ginnick.

12. Mai 1951

Es geht um das köstliche Nass. Schrittweise Verbesserung der Wasserversorgung [Amt Vettweiß].

26. April 1952

Planung für ein Großwasserwerk abgeschlossen [Amt Vettweiß].

28. April 1952

Großwasserwerk ist billiger. Erweiterung des Wasserleitungszweckverbandes Neffeltal.

25. September 1952

Endlich Großwasserverband gebildet. 23 Gemeinden aus den Ämtern Vettweiß und Nörvenich angeschlossen.
Wasserverband Neffeltal [Ämter Nörvenich und Vettweiß] vor neuen Aufgaben.

20. Mai 1953

Wasser für acht Gemeinden. Planungen für zentrale Wasserversorgung im Amtsbezirk Vettweiß Gladbach.

31. Mai 1954

Zur Sicherung der Wasserversorgung. Wasserleitungszweckverband Neffeltal plant Brunnenanlage bei Embken.

16. Juni 1954

Wasser wird einmal teurer als Kohle. Neue Verzögerung für den Bau einer zentralen Wasserversorgung im Amt Vettweiß.

17. Juni 1954

Wasserversorgung für acht Gemeinden. Erste Maßnahmen des Zweckverbandes "Neffeltal".

7. August 1954

Wasseruhren werden doch eingebaut. Verbandsausschuß des Wasserleitungszweckverbandes Neffeltal tagte.
Bau der Embkener Pumpstation steht bevor.

16. Dezember 1954

Bedroht Grundwassersenkung das Neffeltal?
Bald Wasser aus der Wand für den ganzen Ostkreis Wasserverband Neffeltal.
2,5 Millionen-Projekt in der Vorbereitung. Sitzung des Zweckverbandes [Wasserverband Neffeltal].

14. Januar 1955

Grundwasserspiegel wird beobachtet. Keine Befürchtungen für den Wasserleitungszweckverband Neffeltal.

7. Februar 1955

Arbeiten für Bau des Wasserturms zwischen Embken und Ginnick vergeben.
Wassergeld um 10 Pfennig erhöht. Haushalt des Wasserleitungszweckverbandes Neffeltal ausgeglichen.

1. April 1955

Neue Pumpstation bei Embken in Betrieb. 19 Meter hoher Wasserturm im Bau.

23. Juni 1955

Gesamter Ostkreis bis Ende 1955 ohne Wassersorgen. Zweckverband Neffeltal verabschiedete Haushaltspläne.
45 Kilometer Rohrleitungen werden gelegt. Verbandsausschusssitzung des Wasserleitungszweckverbandes Neffeltalgemeinden.

11. August 1955

Ein Meisterwerk des Wasserversorgung. Pumpstation Embken in Betrieb (mit Fotografie).

18. April 1956

Den Karren nicht im Dreck stecken lassen. Zweckverband der Neffeltalgemeinden erhöhte Wassergebühren.

31. Oktober 1956

Wasser wird doppelt so teuer. Vettweiß muss Spitzenbedarf vom Wasserleitungszweckverband Neffeltal decken lassen.

31. Januar 1957

In Zukunft keine Wassersorgen mehr. Wasserleitungszweckverband Neffeltalgemeinden gab Rechenschaftsbericht.
20.000 DM gehen dem Verband verloren. Wasserleitungszweckverband Neffeltalgemeinden.

21. Februar 1957

Vettweiß erhöhte die Wasserpreise.

6. Juni 1957

Vettweiß musste Steuern erhöhen. Auch Wasserpreis wurde verdoppelt.

28. Juni 1957

Das Werk steht - das Wasser läuft. Sitzung des Wasserleitungszweckverbandes Neffeltal.
Die Bevölkerung ist nicht wasserfreudig genug. Lebhafte Verbandssitzung beim Wasserleitungszweckverband Neffeltal.

2. November 1957

Vierter Bauabschnitt wird begonnen. Wasserleitungszweckverband der Neffeltalgemeinden schließt Kauweiler an.
Wassermarsch aus den Kreiselpumpen. Wasserleitungszweckverband Neffeltal schloss eine 3.3 Millionen Dlvl-Projekt ab (mit Fotografie).

23. Dezember 1957

Steigende Tendenz mit den Einnahmen. Größerer Wasserverbrauch in den Neffeltalgemeinden
Steigende Einnahmen durch Wasserverbrauch. Zweckverband Neffeltal.

13 Februar 1958

Neffelverband muss mehr zahlen. Zusätzliche Belastung für die Mitglieder.

26. August 1958

Gebührensenkung heißt die Parole. Wasserleitungszweckverband Neffeltal gab Rechenschaft.

27. August 1958

In den Neffeltalgemeinden Wasserzweckverband senken die Gebühren.

24. Februar 1959

Sorgen der Wasserversorgung. Vettweißer wägt Beitritt zum Zweckverband der Neffelta1gemeinden.
Vettweiß: Das Wasser reicht nicht mehr aus". Amtsdirektor empfahl Beitritt zum Zweckverband der Neffeltalgemeinden.

16. April 1959

Vettweiß: Wassergebühren noch nicht gesenkt. Zweckverband erließ Nachtragsetat.

18. Januar 1960

Vettweiß: Rat ruft zum Ehrenmal-Spende auf. Keine Beihilfen für Wasserwerk Sanierung. Volksschule wird erweitert.
Vettweiß: Der Rat erbat Bedenkzeit. Wasserwirtschaftsamt empfiehlt Beitritt zum Wasserleitungszweckverband der Neffeltalgemeinden.

7. Mai 1960

Hydranten nur für die Feuerwehr. Wasserleitungszweckverband der Neffeltalgemeinden mit Fehlbedarf.

10. November 1960

Verbandsgebiet wird erweitert. Planungsarbeiten zum Ausbau des Neffelbaches vergeben.

19. Juni 1961

Vettweiß: Der Rater bat Bedenkzeit. Noch keine Stellungnahme zum Anschluss an den Wasserleitungszweckverband Neffeltal.

9. November 1961

Vettweiß: Wollen unser prima Wasserbehalten. Gemeinde sträubt sich gegen Anschluss an Zweckverband.
Vettweiß: Gemeinderat diskutierte Wasserfrage.

22. November 1961

Vettweiß: Wasseruhren werden eingebaut. Gemeinde Wasserwerk soll selbständig bleiben.
Vettweiß: Rat für eigene Wasserversorgung.

26. Januar 1962

Vettweiß: Sorgen mit dem Wasserwerk.

17. Februar 1962

Vettweiß: Schlechtes Beispiel einer Gemeinde. Wasserpreis soll Vettweiß in die Knie zwingen.

17. Mai 1962

Vettweiß: Für bessere Wasserversorgung.

11. Juli 1962

Vettweiß: Anschluss an Neffelbachverband erneut abgelehnt.
Vettweiß will sein Wasserwerk. Beitritt zum Zweckverband erneut abgelehnt.

13. Juli 1962

Vettweiß: Beitritt zum Verband Neffeltal erneut abgelehnt.

23. Juli 1962

Vettweiß: Ein Brief an Dr. Franz Meyers. Streit um das Wasserwerk jetzt auf höchster Ebene?
Vettweiß: Gemeinderat schrieb an Ministerpräsidenten wegen Wasserversorgung.

21. September 1962

Vettweiß hält neuen Sportplatz. Gemeindegrenzen werden geändert. Arbeiten zur Sanierung des Wasserwerks.
Vettweiß: Sanierung der Wasserleitung kostet 250.000 DM.

12. November 1962

Vettweiß: Wieder Debatten um das Wasserwerk.

14. November 1962

Vettweiß: Wasserfrage stand im Mittelpunkt.

15. Dezember 1962

Es geht um die Wasserversorgung in Vettweiß.

27. Dezember 1962

Letzte Konsequenz: Vettweiß das Kränchen «zudrehen». Zweckverband will letztmalig verhandeln.
Vettweiß den Hahnzudrehen. Wasserleitungszweckverband will den Beschluss durchsetzen.

28. Dezember 1962

Zweckverband Neffeltal bauen zwei neue Brunnen.

19. Juni 1961

Vettweiß: Sorge um Wasserversorgung. Leitungsnetz ist erneuerungsbedürftig.

12. Januar 1963

Vettweiß: Sanierung bringt Überschuss. Ratsmitglieder zum "Vettweißer Wasserkrieg.
Vettweiß: Die Denkensart ist absurd. Stellungnahme zur Wasserfrage.

13. Januar 1963

Vettweiß: Die Denkensart ist geradezu absurd. Zum Problem der Wasserversorgung.

19. Januar 1963

Vettweiß: Kirchturmspolitik in der Wasserversorgung.

24. Januar 1963

Vettweiß: Verbandseintritt wird sich lohnen. Wasserleitungszweckverband Neffeltal.

25. Januar 1963

Vettweiß: Amtsdirektor Braun:

18. April 1963

Millionenprojekt im Neffeltal. Ausbau von Ringleitungen in den Gemeinden des Amtes Vettweiß.

8. Mai 1963

Vettweiß: Sorgen um die Wasserversorgung.
Vettweiß: Rat entschied sich für Wasseruhren. Aus der Ratssitzung.
Vettweiß: Einbau von Wasseruhren beschlossen.

Quelle

Zeitungsarchiv des Kreis- und Stadtarchivs Düren.
29. Jul. 2013 in Vettweiss 0 Kommentar

Datum: 29.07.2013

Leben auf dem Land. Waren Sie schon mal in der Gemeinde Vettweiß? Nicht nur durchgefahren so wie die Meisten, sondern hingeschaut, mitgemacht, dabei gewesen, sich wohlgefühlt, wiedergekommen, Freunde gefunden, dageblieben?

Sie sind herzlich eingeladen.  Josef Kranz BürgermeisterJosef Kranz (Hauptamtlicher Gemeindebürgermeister von 1999 - 2015)

9000 Gesichter sind es mittlerweile, die sich hier nieder gelassen haben. Gemeinschaftssinn, Eigeninitiative, bürgerschaftliches aktives Tun und Handeln, Vereinsleben in allen Variationen in und an jedem Wohnplatz, engagierte lebensfrohe Menschen verteilt auf elf Ortschaften, drei Weilern und vielen Aussiedlerhöfen,  verteilt auf 83 qkm Fläche. Die offene Landschaft der Börde im Zentrum mit nach wie vor intensiver Landwirtschaft, das reizvolle Neffeltal im Osten mit einer Vielzahl von Burgen aufgereiht am Neffelbach und das Drover Tal im Westen mit der Artenvielfalt  der Drover Heide (eigentlich Sollener Heide, denn sie liegt zu 90 % in der Gemeinde Vettweiß) ehemals Truppenübungsplatz jetzt Fauna, Flora Habitat und Vogelschutzgebiet spiegeln den groben Überblick und die unterschiedlichen Charaktere wieder.

Und wenn Sie näher hinschauen, sich für Land und Leute interessieren, mit den Menschen sprechen, die hier seit je her ihre Heimat haben und diejenigen, die sich in diesem Raum neu angesiedelt haben, so werden Sie die unterschiedlichsten Meinungen und Ansichten finden, weshalb man in der Gemeinde Vettweiß lebt und wohnt.
(Der römische Töpfermeister) Verecundus, die römische Wasserleitung, Burgenstandorte, römische Gutshöfe, literarische Chroniken machen deutlich. Die Kelten, die Römer, die Franken, die Franzosen, die Amerikaner, alle waren schon hier und haben ihre Spuren hinterlassen.

Welche Spuren hinterlässt der Wechsel in das 3. Jahrtausend nach Christi, wenn wir den Bogen weiter spannen wollen. Vettweiß als Karnevalshochburg für die Damenwelt? Ernsthaft! Was hat sich getan, was hat sich verändert, was ist passiert in diesem Landstrich in den vergangenen Jahrzehnten?
Die Gemeinde Vettweiß ist nicht nur Einwohner bezogen gewachsen, sie ist vor allem zusammen gewachsen und hat sich intensiv darum bemüht, die dörflichen Strukturen möglichst nicht zu verlieren.

Sie hat auch aufgrund der latent vorhandenen finanziellen Probleme nicht jeden Zeitgeist aufgegriffen, sondern mit Bedacht eine Entwicklung verfolgt, die die Menschen aktiv in die Gestaltung ihres Lebensraumes, ihrer Heimat mit eingebunden hat. Viele Opfer, hohe Gebühren mussten erbracht werden, um finanziell überleben zu können. Diese nicht einfachen Jahre haben aber nachhaltig den Gemeinschaftssinn und das aktive Tun und Handeln vor Ort gestärkt. Gemeinschaft und Gemeinschaftssinn, Eigenverantwortung, aktives Tun und Handeln werden gefordert und gefördert. Rund 95 Vereine kümmern sich und prägen das Leben in unseren Dörfern. Man kennt sich, hilft sich gegenseitig, klönt, feiert, trauert miteinander.

Kinder, Jugendliche haben es nicht einfach in der heutigen Zeit. „Vröje, vröje ...“, wenn die Alten so erzählen „… hött et dat net jejovve“ Früher konnte man im ländlichen Raum ungezwungen seinem Spieltrieb, den weitaus geringeren Freizeitangeboten ungezwungen nachgehen. Schabernack und auch Unsinn treiben. Heute in der Internetwelt mit einer Vielfalt an Angeboten und in Strukturen aufgewachsen, die den Themen Erziehung, Bildung und Familienleben nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet haben, ist es umso wichtiger im ländlichen Raum, die in vielen Bereichen noch vorhandene so genannte heile Welt weiter mit Leben zu erfüllen. Die Kommune muss hier mittlerweile bedeutend mehr Präsenz und Initiativkraft entwickeln, um weg brechende Familienstrukturen zu ersetzen. Deshalb haben Kindergärten, Schulen, Jugendtreffs, Vereinsarbeit in der gemeindlichen Arbeit hohe Priorität und kennzeichnen auch im ländlichen Raum den Weg in das neue Jahrtausend.

Sind sie schon mal über Vettweiß geflogen. Nein, nicht mit LTU von Köln-Bonn nach Gran Canaria und auch nicht mit einem Eurofighter vom Fliegerhorst Nörvenich aus, sondern mit einer Cesna oder einem Ultraleichtflugzeug. Zwischen Jakobwüllesheim und Soller steigen sie  fast täglich in den Himmel und schweben schön langsam über unsere Gemeinde. Wenn nicht, sollten Sie es alsbald mal tun und sie werden feststellen, es gibt vieles zu bewundern im Vettweißer Land. Sie haben dort oben zwar nicht den unmittelbaren Kontakt zu den Menschen aber sie werden sehen, in der Gemeinde Vettweiß sind die Strukturen klar und deutlich geordnet.

Ein üppiges Straßennetz von Bundes- und Landstraßen durchkreuzt die Gemeinde von West nach Ost von Nord nach Süd. Die Städter wollen in die Eifel, die Arbeitssuchenden in die Städte. Alle fahren sie durch die Gemeinde Vettweiß. Einige haben dabei festgestellt, dass man ja auch hier leben kann und sind geblieben. Vielleicht gehört auch deshalb die Gemeinde Vettweiß zu den Gemeinden, die am stärksten wächst. Das gut ausgebaute Straßennetz zieht den Verkehr magisch an und die vor Jahren geplante aber nie realisierte A 56 zwischen Euskirchen und Düren wird schmerzlich vermisst. Die Leidtragenden sind die Bewohner an den Ortsdurchfahrten Soller und Kelz, die sehnsüchtig auf ihre Umgehungsstraßen warten.

Sie sehen eine Unzahl von Wirtschaftswegen, über 300 km, gepflastert, geteert, in Schotter und Gras. Das Erschließungsnetz für unsere Landwirtschaft und ein Paradies für Radfahrer, die die Überwindung von Höhenunterschieden meiden und den Blick in die Weite der Landschaft zwischen Jakobwüllesheim, Kelz und Vettweiß schweifen lassen möchten. Sie staunen über eine gepflegte Kulturlandschaft, die in mehreren Flurbereinigungsverfahren in den 70-iger, 80-iger und 90-iger Jahren wohl geordnet wurde und mit immer größer werdenden Maschinen bewirtschaftet wird. Der Wandel der Landwirtschaft ist auch vor hier oben nachhaltig feststellbar. Die Anzahl der Betriebe sinkt stetig, die zu bewirtschaftende Fläche steigt kontinuierlich, um auch in der Zukunft mit Getreide-, Mais-, Kartoffeln- und Rübenanbau überleben zu können. Einige Landwirte haben sich auch verstärkt dem Gemüseanbau verschrieben. Das Pferd hat die Kuh verdrängt. Pferdezucht, das Reiten auf dem Bauernhof hat Einzug gehalten. Die früher in jedem Ort vorhandenen ortsnahen Wiesen für den Tierbestand sind stark zurück gedrängt worden.  Milchwirtschaft ist nur noch vereinzelt feststellbar.

Sie erkennen den Neffelbach der sich durchs entsprechende Tal windet mit den beschaulichen Wohnplätzen Sievernich, Disternich, Müddersheim, Gladbach und Lüxheim, mit den angrenzenden Waldbeständen und den sehenswerten Burgen in den einzelnen Ortschaften. Deutlich sichtbar am Ortsrand von Disternich östlich der Hallenburg das Areal des Gestüts  Schlenderhahn mit seinen großen Weideflächen und schönen Pferdekoppeln.
Relativ gut erkennbar sind im Westen der Gemeinde die Spuren, die Panzer Jahrzehnte lang in die Drover Heide gezogen haben und in deren verdichteten Mulden sich nun Amphibien und Kröten wohl fühlen und seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten und angesiedelt sind. Nicht nur für die Bewohner der Ortschaften Soller, Froitzheim und Frangenheim ist dieses Gebiet ein Kleinod, welches unmittelbar vor ihrer Haustür liegt und in das nicht nur sie zu recht nunmehr auch Einlass gefunden haben, nachdem Jahrzehnte lang Manöver in und um die Drover Heide das Leben in dieser Region der Gemeinde mitbestimmt haben.

Hoch gelegen, wie sich das für einen Wasserturm gehört, am Rande der Voreifel, erkennt man den Wasserturm Ginnick, der gleichnamigen Ortschaft vorgelagert am Rande des Ginnicker Waldes und des angrenzenden Stufenländchens mit den Naturschutzgebieten „Ginnicker Bruch“, „Bies Berg“ und „Großen Berg“.  Ein Besuch dieser Region lohnt allenthalben, nicht nur weil man vor dort aus bei klarer Sicht das Siebengebirge fest ins Visier nehmen kann, auch der südliche Waldrand hinter dem Sportplatz Ginnick mit seiner Aussicht auf das Stufenländchen mit seinen gold glänzenden Rapsfeldern wird Sie bei einer Radtour für die zu überwindenden Höhenmeter entschädigen.

Und wenn es schon ein bisschen dämmert bei Ihrem Rundflug über die Gemeinde Vettweiß können sie in den Sommermonaten auf Dorfplätzen, Straßen, Hausgärten quer durch alle Ortsteile gesellige, nachbarschaftliche Aktivitäten der dort lebenden Menschen feststellen. Lichterketten, Grillfeuer, Musik und reges Treiben zeugen davon, dass es hier und dort und fast überall immer etwas zu feiern gibt. Ob nun mit  der Familie, der Nachbarschaft, im Verein, als Straßenfest, als Kirmes, Sportwoche oder Schützenfest. Gründe gibt es genug, Miteinander das Leben auf dem Lande zu genießen und das nicht nur im Sommer. Der Kulturkalender der Vereine in den einzelnen Ortschaften ist reich gespickt mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen vom Theater bis zum Karneval, vom Schützenfest bis zum Jugendball, vom Weihnachtsbasar bis zur Sportwoche, vom Traktorfest bis zur Herbstjagd. Und die in jedem Ort vorhandenen Vereinshäuser, Bürgerbegegnungsstätten, Sportheime, Turnhallen, Sportplätze bieten nicht nur die ideale Möglichkeit seinem Hobby zu frönen, sondern auch in der Gemeinschaft das soziale und gesellige Miteinander, das unsere Dörfer prägt,  zu stärken und zu pflegen.
Schade, dass es dunkel wird. Wir könnten durchaus noch mal ein, zwei Runden drehen, denn es gibt noch so vieles zu sehen und zu bestaunen in einer Landgemeinde wie Vettweiß und das nicht nur aus der Vogelperspektive. Aber machen Sie doch selber mal die Erfahrung, erkunden Sie das Vettweißer Land. Sie sind herzlich eingeladen.

Josef Kranz
Hauptamtlicher Gemeindebürgermeister von 1999 - 2015

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