Einleitung
Wir wagen den Versuch, die Anzahl der Vereine, der Gruppen, der Vereinigungen und von Zusammenschlüssen, die bisher für das kulturelle Leben und den Zusammenhalt im Ort verantwortlich zeichneten und sich dazu auch heute noch teilweise berufen fühlen, zu erfassen. Ob es in Gänze gelingt? Es mag sich vielleicht ein Wagnis dahinter verbergen.
Für ein gutes, ein nicht zu übersehendes, ein ausgeprägtes Ortsbild sorgen Vereine, Gruppen, Vereinigungen und Zusammenschlüsse. Schauen wir auf unseren Ort. Hier ist die erste nachweisbare Vereinsgründung im Jahre 1848 vermerkt.
Auch ohne die Organisation von Vereinen wusste man in Vettweiß schon früh zu feiern. Das herausragendste jährliche Fest war das Kirchweihfest. Im Gedenken an die örtliche Kirchenweihe wurde im Anschluss an verschiedene Gottesdienste das Fest mit einem Markt fortgesetzt. Fahrende Gaukler, Sänger und Geschichtenerzähler, Angebote an Kleidung, Hüten, Kappen, Lebkuchen-Bude sowie Stände mit Alkoholausschank erfreuten sich großer Beliebtheit. Dass übermäßiger Genuss von Alkohol dabei zu lautstarken Auseinandersetzungen mit wilden Prügeleien und übelsten Beschimpfungen führte, nahm dem Fest oftmals die Freudigkeit. Bei den immer extremer ausufernden Alkoholexzessen entschied die Geistlichkeit vor Ort nach vielen Jahren: Feierlichkeiten, Kirchweih ja, aber ohne anschließenden Markt.
Die Dorfgemeinschaft nahm diese Verfügung missbilligend zur Kenntnis. Sie erarbeitete einen Plan auf Durchführung einer „zivilen Festlichkeit“, die Order der Geistlichkeit ausschließend. Die Gemeinschaft entschied sich nunmehr für einen neuen Termin und wählte das dritte Wochenende im Monat September, bewusst nach dem Ende der Ernte. Dieser Termin hat noch heute seine Gültigkeit und wurde durch Zeitungsanzeigen schon vor dem Jahre 1848 beworben. Dem neuen Feierdatum gab die Gemeinschaft den Namen „Kirmes“, als Ableitung für „Kirchweihfest“.
Jahr 1736 - Dynastie der Familie Körver
Zugleich war das Amt des Lehrers zweckgebunden mit dem des Küsters, des Organisten und Chorleiters der Pfarrgemeinde. Dies galt fast schon als festgeschriebenes Gesetz. Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass es zu diesen Zeiten bereits die Vereinigung eines kirchlichen Chores gab. Eine Sache des Zusammenhalts und des notwendigen gedanklichen Austausches.
Die Einwohnerzahl für den Ort betrug im Jahre 1723 322 Einwohner, in 1767 381 und in 1880 871 Einwohner. Die Schülerzahl in 1905 wurde mit 215 Schüler und Schülerinnen aufgezeigt.
Jahr 1848 - St. Gereons-Schützenbruderschaft Vettweiß-Kettenheim
Jahre nach Ende der französischen Besatzung im Jahre 1813 sahen die Dorfbewohner die Notwendigkeit in der Gründung einer lokalen und anfangs lockeren Interessengemeinschaft, den Anreiz zu einer funktionierenden Dorfgemeinschaft, einem nötigen Zusammenhalt. Eine Erkenntnis aus den üblen Erfahrungen und dem diktierenden Gehabe während der französischen Besatzungszeit und dem danach einsetzenden Herrschaftsgefüge des Adels. Endgültig mit der Märzrevolution 1848 erkämpfte sich das Volk mehr Freiheit und Bürgerrechte. Die Errungenschaft auf mehr Freiheit und Rechte wird sicherlich Animation genug gewesen sein, dem Vorbild vieler Ortschaften folgend, die Gründung der Schützenbruderschaft „St. Gereon“ zu bewerkstelligen, auf eine freiere Zukunft mit der allgemeinen Maßgabe: „Für Glaube, Sitte und Heimat.“
Jahr 1889 - Männer- und Jünglingsverein Vettweiß
Aus dem Männer- und Jünglingsverein ging in späteren Jahren der Theaterverein hervor. Oftmalige Zwangspausen, auch längeren Datums, waren aus vielfältigen Gründen angesagt. Nach Ende des 2. Weltkrieges nahm der Verein im Jahre 1948 die „Arbeit“ wieder auf, um sich dann im Jahre 1957 mit einer letzten Theatervorstellung von der Dorfgemeinschaft zu verabschieden.
Jahr 1891 - Gründung des Turnvereines
Jahr 1896 - Vettweißer Spar- und Darlehnskassenverein
Am 31.März 1931 eröffnete die Sparkasse Düren in Vettweiß, als Konkurrenz, eine eigene Filiale. Der Vettweißer Spar- und Darlehensverein war daraufhin sehr bald Geschichte.
Jahr 1900 - Vaterländischer Frauenverein
Jahr 1902 - Volksverein für das katholische Deutschland
Der am 24.10.1890 gegründete Volksverein beruhte auf christlichem Gedankengut und hatte zum Ziel diese durch breit angelegte Erwachsenenbildung zu fördern. In der Bevölkerung erhielt er großen Zuspruch, so auch in Vettweiß. Da die Tätigkeit des Vereins nicht der nationalsozialistischen Ideologie entsprach, musste er 1933 seine Arbeit einstellen. Durch die Beschlagnahme und Vernichtung sämtlicher Vereinsunterlagen lässt sich heute, außer Mutmaßung, nicht mehr viel über die Arbeit feststellen.
Jahr 1903 - Ortsverband Zentrumspartei Vettweiß
Jahr 1904 - Krieger-Verein Vettweiß-Kettenheim
Jahr 1912 - Feuerwehr Vettweiß
Mit Beginn des 1. und des 2. Weltkrieges wurden viele Wehrmänner zum Soldatendienst verpflichtet, wobei eine große Anzahl ihr Leben einbüßten. Die Daheimgebliebenen, viele im „gesegnetem Alter“ mussten die anfallenden Aufgaben übernehmen.
Die freiwillige Feuerwehr Vettweiß hat den sehr guten Ruf auf Verlässlichkeit und sehr gute Pflichterfüllung. Der Wehr ist heute eine Jungfeuerwehr angegliedert, die eine intensive Ausbildung erfährt, so wie als „Nachwuchsreservoir“ eine Kinderfeuerwehr.
Jahr 1914 - Interessengemeinschaft Vettweißer Vereine
Die Gemeinschaft sollte der Koordination von zukünftigen Festlichkeiten dienlich sein. Dazu kam es vorerst nicht, da der 1, Weltkrieg ausbrach und auf kaiserliche Verfügung Festivitäten untersagt waren. Ab Anfang 1919 hat sich die Idee auf Gemeinsamkeit aber sehr bewährt, trotz oftmaliger negierender Verfügungen durch die französischen Besatzer. Von 1934 an war die Genehmigung für Festlichkeiten bei der nationalsozialistischen Ortskommandantur einzuholen. 1962 erfolgte auf Betreiben mehrerer Ortsvereine die Wiederbelebung der Interessengemeinschaft, die dann im Jahre 2015 für überflüssig erachtet und folglich aufgelöst wurde. Das notwendige, das geringe Arbeitsaufkommen wurde scheinbar noch als zu arbeitsintensiv betrachtet.
Jahr 1919 - Verein für Rasensport 1919 Vettweiß
Im Jahr 1925 schloss sich der Verein der DJK (Deutsche Jugend Kraft) an. Jetzt stand nicht nur der Fußball im Vordergrund. Die DJK forcierte auch die Leichtathletik. Hervorragende Leistungen einer Vielzahl von Mitgliedern machten den Verein in dem sog. Gaugebiet bekannt. Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren die ehemaligen Athleten Urheber für den Bau einer 400 Meter Bahn und Anlagen für technische Disziplinen beim Neubau des Sportplatzes. Dies war mit ausschlaggebend für die spätere Gründung einer unabhängigen Leichtathletikabteilung.
1934 wurde durch die Nazis die Auflösung der DJK verfügt. Der Sportplatz befand sich bis Anfang des Jahres 1939 am Waldrand. Noch vor Kriegsausbruch wurde ein neuer Sportplatz am Dorfausgang durch eine im Ort stationierte Pioniereinheit hergerichtet. Nach der zwangsläufigen Kriegsunterbrechung wurde im Jahre 1947 der geregelte Spielbetrieb wieder aufgenommen.
Nach Fertigstellung der Hauptschule errichtete die Gemeinde zur Ausübung des Schulsports einen Hartplatz mit eingezeichneten Mehrzweckspielfeldern. Dem Wunsch des VfR, den Platz durch eine noch zu gründende Tennisabteilung nutzen zu dürfen, wurde durch die Gemeinde grünes Licht erteilt. Sodann wurde auf einer Hauptversammlung am 6. Januar 1977 die Gründung der Tennisabteilung nebst Abteilungsvorstand beschlossen. Die Erfolge von Steffi Graf und Boris Becker lösten einen bundesweiten Tennisboom aus. Dadurch angetrieben baute die Abteilung im Jahre 1983 neben einem kleinen Clubheim noch eine Aschenplatzanlage, aus 3 Spielfeldern bestehend. Dem fortschreitenden Alter vieler Mitglieder, dem Nachwuchsmangel und der allgemein nachlassenden Tenniseuphorie wurde die Tennisabteilung des VfR Vettweiß im Jahre 2002 aufgelöst.
Im Jahre 1984 hat sich dem VfR eine Damen-Gymnastikgruppe angegliedert, die wöchentliche Übungsstunden in der Turnhalle der Hauptschule ausrichtete. Nach über 25 Jahren löste sich die Gruppe auf.
Jahr 1919 - Schwestern des Ordens der christlichen Liebe
Jahr 1926 - Tambourcorps Vettweiß
Jahr 1927 - Scholl´sche Kapelle
Jahr 1928 - Mandolinen Club Frohsinn Vettweiß
Jahr 1929 - Brieftauben-Verein Vettweiß
Jahr 1933 - Sanitätskolonne für den Amtsbezirk Vettweiß
Jahr 1934 - NS-Parteiorganisation Braune Schwestern
Für Vettweiß: Die NSDAP Ortsgruppe Vettweiß und Umgebung mit dem Ortsgruppenleiter, der von nun an die bestimmende Person im Ort darstellte.
Die Nachwuchsorganisation der NSDAP. Es ist nunmehr die einzige erlaubte Jugendorganisation in Deutschland, alle anderen Organisationen sind verboten.
Gegründet wird das Winterhilfswerk, dessen Aufgabe es ist, Sach- und Geldspenden zu sammeln, zu verwalten und an Bedürftige zu verteilen.
Die 1934 von Rudolf Heß gegründete NS-Parteiorganisation „Braune Schwestern“ übernimmt in Vettweiß ab 1936 das Sagen, da keine Schwesternverbände, unkontrolliert von der NSDAP, mehr zugelassen sind. In teilweiser brauner Tracht gekleidet, erinnernd an die Arbeitskleidung der nunmehr verbotenen Orden, „verhalf“ dies zum Beinamen „Braune Schwestern“. Dieser NS-Schwesternschaft oblag die Pflege von Kranken und Diensten in Krankenhäusern und Lazaretten.
Jahr 1935 - Kindheit-Jesu-Verein
Der Kindheit-Jesu-Verein besteht nicht mehr. Gleichfalls gehört der Missionsgedanke der katholischen Kirche im damaligen Sinne der Vergangenheit an. Doch der Gedanke ist so leicht nicht von der Hand zu weisen, dass es sehr bewusst und intensiv durch die Kirche gefördert wurde, da man nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten eine verbotsbesoffene und schikanierende Zeit erwartete und die Gründung als Widerstand und Ärgernisse gegen die zu erwartenden nationalsozialistischen Schikanen ansah. Als Galionsfigur gegen verbale Anfeindungen der Nationalsozialisten zeichnete sich in Vettweiß Pfarrer Matthias Josef Gerads aus.
Jahr 1938 - Karnevalsgesellschaft Vettweiß 1938
Wie hätte es anders sein können, ein Prinzenpaar musste her und wurde auch rasch gefunden. Peter Hülden und Berta Bank wurden somit im Gründungsjahr als Prinzenpaar ausgerufen. Den Abschluss der Karnevalssession 1938 bildete der Umzug an Rosenmontag unter dem Motto: „Alles onger eenem Hot“! Einen fast gleichen Ablauf startete die Gesellschaft im Jahr 1939, bevor dann ab Kriegsbeginn alle Festivitäten untersagt waren. Bereits im Jahr 1950 wagte die KG Vettweiß einen Neubeginn. Ab diesem Datum stieg die allgemeine Stimmung stetig an. Dies lässt sich heute leicht an den umfangreichen Aktivitäten der KG mit Karnevalssitzungen, der Funkengarde, den Kindergarden, mit Kinderprinzenpaar und an dem Einsatz verschiedener karnevalistischen Gruppen ablesen.
Jahr 1946 - Schwestern der Ordensgemeinschaft der Cellitinnen
Im Jahre 1958 verlassen die noch hier verbliebenen vier Schwestern des „Cellitinnen Ordens“ Vettweiß. Der gesamte Ort ist den Schwestern zu großem Dank verpflichtet. Mit einem bunten und herzlichen Programm verabschiedet sich die Ortsgemeinschaft im vollbesetzten Saale Hülden von „unseren Schwestern“.
Das „Kloster“ geht mit dem späteren Verkauf durch die Pfarrgemeinde in Privatbesitz über.
Jahr 1948 - Sterbenotgemeinschaft Vettweiß
Jahr 1948 - Interessengemeinschaft der Vereine
Während der Kriegsjahre zeichnete sich ein fast anonymes Aufstellen ab, bis dann im Jahr 1948 am 1. Mai unter dörflicher Begleitung das Aufstellen wieder vollzogen wurde. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Musiker der vormaligen Scholl'sche Kapelle, die nun unter dem Namen „die Duzz-Kapell“ musizierte. „Duzz–Kapell“ eine Hommage an Peter Waser, der das Instrument der Tuba bespielte.
Ab dem Jahre 1934 wurde das Aufstellen durch die Nationalsozialisten für ihre Ideologie instrumentalisiert und mit großem Programm, wie beschrieben, zum Dorffest erklärt. Im Jahre 1947 „erwachte“ der Ort buchstäblich wieder zum Leben, so dass am 1. Mai 1948 der Maibaum wieder unter großer Anteilnahme der Bevölkerung aufgestellt wurde.
Wenige Jahre später organisierten die Junggesellen des Dorfes Tage vor dem 1. Mai eine Versteigerung der „Maibräute“. Über mehrere Jahre hinweg präsentierte sich in einem farbenfrohen und musikalischen Umzug durch den Ort das jeweilige Maikönigspaar mit stattlichem Gefolge zum anschließenden Tanzabend. Leider überwog irgendwann das Desinteresse, mit der Folge, dass der Maibaum durch die Jugendlichen in der Nacht zum 1. Mai, bei Musik, Feuerschein und Feuerwasser aufgestellt wurde.
Ab dem Jahr 2013 beschlossen die Jugendlichen eine Umkehr. Sie starteten mit einem Fest auf dem Marktplatz. Das Aufstellen des Maibaumes wurde wieder auf den Vorabend zum 1. Mai festgelegt, wozu die Dorfgemeinschaft herzlichst eingeladen war. Auf Anhieb eine vollauf gelungene Sache, so dass die Jugendlichen am 10.03.2016 die Gründung der „Maijugend Vettweiß“ beschlossen um die Brauchtumspflege fröhlich und geordnet fortleben zu lassen. Dann sorgte „Corona“ drei Jahre für verordneten Stillstand und für das Aufstellung in fast anonymer und verdeckter Art, wie in den Kriegsjahren. Ab 2023 wird das Aufstellen des Maibaumes wieder am Vorabend veranstaltet. Es war, als hätte es Corona nie gegeben. Die Dorfgemeinschaft anerkennt durch großartige Teilnahme bei bester Stimmung jedes Jahr die Arbeit der Maijugend.
Jahr 1953 - Damengemeinschaft Endlich allein
Als monatlicher Treffpunkt wurde das Café der Bäckerei Ink ausgewählt. Diese stets feuchten wie mit bester Stimmung vollgepackten fröhlichen Treffen sorgten immer für mehr als gute Laune und für Lachsalven in schwerer Lebenszeit. Die Anzahl von ca. 50 Damen startete natürlich auch einen jährlichen Ausflug mit Zielen an Rhein, Mosel oder Ahr. „Endlich allein“, die besseren Hälften zu Hause lassend, war stets Volksfeststimmung angesagt. Mittendrin nur eine männliche Person, quasi als Hahn im Korb: Der Busfahrer, Herr Greuel.
Nach mehr als 15 Jahren mussten die Damen der fortschreitenden Zeit Tribut zollen. Fortan waren nur noch kleinere Zusammenkünfte, aber in feuchter und in hoch geselliger Runde, angesagt, bis auch diese irgendwann ausliefen. Ab diesem Zeitpunkt war „Endlich allein“ Vergangenheit und die Damen „nicht mehr allein“.
Jahr 1956 - Ortsgruppe Vettweiß des Eifelvereins Düren
Am 12.07.1956 gründete sich in Vettweiß eine Ortsgruppe des Eifelvereins Düren. Unter der Regie von Wanderführern des Eifelvereins Düren wurden Tagestouren vorwiegend durch Eifel-Landschaften durchgeführt. Im Jahre 1969 löste sich die Ortsgruppe auf.
Jahr 1961 - Pfadfinderstamm St. Gereon Vettweiß
Die Pfadfinderschaft ist eine katholische Gruppierung, die im Jahre 1928 ins Leben gerufen wurde. Pfadfindergruppen gründeten sich reihenweise und vielzählig in Deutschland.
Im Jahr 1934 erließen die Nationalsozialisten das Verbot auf Tragen von Kluft, Abzeichen und Bannern. Dem folgte im Jahre 1938 das Verbot der gesamten Gruppenarbeit. Nach Kriegsende, schon im Jahre 1946, fand der Wiederaufbau der Pfadfindergruppen statt. Am 01.02.1961 betraf es auch die Ortschaft Vettweiß. Hans-Willi Dortu war der Initiator der Gründung. Zusammen mit Josef Müller als Feldmeister erreichte der „Stamm“ unter Hans-Willis Führung großes Ansehen im Ort.
Auch der Pfadfinderstamm St. Gereon durchlebte Schwankungen bei den Mitgliederzahlen, wobei eine geringere Mitgliederzahl stets durch vermehrten Einsatz der Aktiven wettgemacht wurde. Für die dörfliche Sammlung von Altglas und Altpapier zeichnete der Stamm verantwortlich. Die Präsentation bei Dorffesten und kirchlichen Veranstaltungen war eine Selbstverständlichkeit. Der jährliche Transport des Friedenslichtes, das in Bethlehem in der Vorweihnachtszeit entzündet wird, und von Aachen aus durch die Pfadfinder mit feierlichem Einzug auch in die Vettweißer Kirche beigebracht wird, war eine Selbstverständlichkeit.
Am 22.06.2001 feierte der Stamm sein 40-jähriges Bestehen. Am 04.03.2011 verstirbt der Vorsitzende des Stammes Hans-Willi Dortu. Im Jahre 2014 endeten die Aktivitäten vom Stamm St. Gereon und seinem bestehenden Förderverein. „Leider“, wie der Stamm sagt.
Der Stamm St. Gereon der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt-Georg verabschiedete sich von der Dorfgemeinschaft: Der Einsatz von Hans-Willi Dortu und seinen Pfadfindern unter dem Motto: „allzeit bereit“ und „Gut Pfad“ bleibt unvergessen.
Die jährliche Beibringung des Friedenslichtes ist weiterhin ein Anliegen der „Senioren“ des Stammes. DANKE
Jahr 1962 - Schönstatt-Gruppe
Jahr 1962 - Mannes-Jugendgruppe
Jahr 1962 - Motorsportclub Vettweiß
Der Club präsentierte und sorgte damit für sofortige Aufmerksamkeit ein Motorballspiel. Diese, für die hiesige Region, etwas ungewöhnliche Sportart, für die zwei professionelle Mannschaften aus dem Ruhrgebiet und aus Belgien gewonnen wurden, lockten sehr viele Besucher an den Waldrand, wo das Spiel auf der großen Rasenfläche ausgetragen wurde. Orientierungsfahrten waren ein weiteres Ziel, wobei die Vereinsmitglieder erstmals bei befreundeten Clubs Erfahrung sammeln mussten, die dann sehr bald fester Bestandteil der Clubveranstaltungen sein sollten.
Eine andere Maßgabe des Clubs hatte mit Sport nicht viel zu tun. Der Club lud ab 1964 zu einer jährlichen nachmittäglichen Kaffeefahrt die „älteren Semester“ Vettweißer Bürger ein. Mit Fahrzeugen der Motorsportler und im großen Konvoi wurden ausgewählte Orte angesteuert um bei Kaffee und Kuchen frohe Stunden zu verbringen. Der große Dank der Teilnehmer kam verdient von Herzen.
Es entwickelte sich auch eine Freundschaft zwischen dem Club und dem Motorsport sehr verbundenem Industriellen Viktor Rolff. Dieser wiederum pflegte eine intensive Freundschaft über viele Jahre zum Formel 1 Rennfahrer Graf Berghe von Trips, der bei einem Formel 1 Rennen in Monza tödlich verunglückte. Herr Rolff stifte dem Club einen Pokal im Gedenken an Berghe von Trips, der ab dem Jahr 1965 bei einer jährlichen Orientierungsfahrt ausgefahren wurde. Dieser Pokal wirkte wie ein Magnet. Viele Mannschaften aus nah und fern, aus Belgien, Frankreich und Holland gaben jedes Jahr Anlass zu einem grandiosen Starterfeld bis ins Jahr 1979.
Auch beim MSCV musste dem Alter „Tribut gezollt“ werden. Eine Verlagerung auf die Jugend wurde beschlossen. Jugendfahrradturniere wurden organisiert. Gewünschte Kart-Sport-Veranstaltungen auf Kartbahnen waren aus Kostengründen leider kaum zu realisieren. Aber begleitetes Kart-Fahren in Kerpen wurde von den Jugendlichen dankend angenommen. Wenn allerdings „Schrauberarbeiten“ anstanden, dann war das Interesse ziemlich überschaubar. Das Reservoir an Ausreden ist in vielen Bereichen und Gegebenheiten bekanntlich schier unerschöpflich.
So endete der Kart-Sport im Jahre 1988 für den MSC Vettweiß. Ein großes Lob am Gelingen des angebotenen Kart-Sportes sei hier Winfried Gößling ausgesprochen.
Im Jahr 1991 wurde beim Amtsgericht Düren die Vereinsauflösung eingereicht. Auf geselliger Ebene blieb das „Stammpersonal“ noch bis zum Jahr 2000 zusammen um dann das endgültige Ende des Motor-Sport- Club Vettweiß einzuleiten.
Jahr 1962 - Taubenvereins der Heimat treu
Bereits im Jahre 1929 hatte sich, wie bereits erwähnt, in Vettweiß, dem allgemeinen Trend folgend, der Taubenverein „der Heimat treu“ gegründet, die Aktivitäten aber auf Anordnung 1939 eingestellt.
Anfang des Jahres 1954 wurde der Wunsch auf Neugründung des Vereins laut, der in 1962 vollzogen wurde. Viele Jugendliche waren von den Kenntnissen ihrer Väter über die Taubenzucht derart angetan, dass es in diesen Jahren an Nachwuchs nicht mangelte. Ein Indiz für die Wiederbelebung des Vereins. Selbst Gemeindedirektor Fritz Braun war versierter Taubenzüchter, der bei der Neugründung des Vereins entscheidend mitwirkte.
Besondere Pflege ward den sogenannten „Reisetauben“ zugetan. Wettreisen von Frankreich aus standen sehr oft auf dem Programm und weckten im Ort das „Reisefieber“, selbst bei Nichtzüchtern. Beim Wettkampffieber der Züchter wurde oftmals eine Geheimsprache bemüht. Wenn eine Taube von einer langen Reise in den eigenen Taubenschlag zurückgekehrt und die Zeit der Ankunft per Reiseuhr dokumentiert war, signalisierte dies der glückliche Besitzer seinen Vereinsfreunden dadurch, dass er eine Gießkanne auf einem ausgesuchten Mauerstück präsentierte, oder eine Fahne hisste, ein wenig Schadenfreude provozierend. Überbringer solcher Botschaften übten eilende und mitfiebernde Freunde aus. Hervorragend und sehr gut besucht waren die jährlichen Tauben Ausstellungen, gepaart mit nicht enden wollenden Fachsimpeleien. Leider war ein Rückgang der Taubenzüchter mit der Zeit nicht abzuwenden. Dies veranlasste den Verein zum Zusammenschluss mit dem Taubenverein Zülpich.
Nach Jahren war auch hier nachlassendes Interesse der Züchter entscheidend, den Fortbestand des Taubenvereins „Der Heimat treu“ ein zweites Mal zu beenden.
Ein genaues Datum fußt nur auf Vermutungen.
Jahr 1965 - Männer-Gesang-Verein Vettweiß
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Frauen in die Männerchöre, die von einer großen Anzahl an Sangesbrüdern geprägt waren, aufgenommen. Bedingt durch die Kriegsteilnahme vieler Mitglieder galt es nun das Liedgut vorwiegend durch Frauenstimmen zu präsentierten. Wurde die Ausübung des Sakralen während der NS–Zeit auch ziemlich behindert, da durch anhaltende Partei-Propaganda und organisierte Gegenveranstaltungen die Besetzung bei kirchlichen Festen oftmals nur minimale Stärke vorweisen konnte, so war der Chor aber nie zur Aufgabe bereit.
Nach Kriegsende beginnt ein freiheitliches Aufleben unter dem Dirigat von Hubert Peil. Aus dem Gesangsvolumen des Kirchenchores entwickelte sich ein gemischter Gesangverein mit großartigem Repertoire, der viele Feste mit prachtvollem Gesang bereicherte, nunmehr unter der Leitung von Josef Jansen. Aus den Reihen des gemischten Chores gründete sich wiederum im Jahre 1965 der Männer-Gesangverein. Ein stattlicher Chor mit überaus großartigem gesanglichem Volumen, der in der Zeit von 1970 bis 1985 bei Karnevalssitzungen auch als „Köbesse“ zu begeistern wusste. Im Jahre 2015 wurde das 50jährige Bestehen mit einem Konzert in der Schulaula eindrucksvoll gefeiert. Auch der MGV hat, wie fast alle Vereine, mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Ältere Mitglieder können nicht mehr, jüngere Zeitgenossen möchten nicht.
Jahr 1973 - Leichtathletik Club Vettweiß 1973
Jahr 1977 - Reservisten Kameradschaft Vettweiß
Jahr 1995 - Traktor Schmiede Vettweiß-Kettenheim e.V.
Die unverkennbare und für die Bewohner aus vergangenen Zeiten eingeprägte Lautstärke ausgedienter Traktoren mag Grund für einen nicht erwarteten Zulauf an interessierten Mitstreitern gewesen sein.
Die Gemeinschaft wagte in 1996 ein erstes Traktorfest. Der unerwartete Erfolg spornte an und war Weckruf neben der Aufarbeitung und Wartung von Traktoren auch die Pflege ausgedienter Acker-Gerätschaften zu intensivieren.
Irgendetwas aber fehlte. Besprechungs- und Planungsstätte waren für die Arbeit ein großes Bedürfnis, dem sich bald der Erfolg per Improvisation einstellte. Als Versammlungsort diente erstmals ein gut ausgebauter Bauwagen. Dann erfolgte 1998 die Aufnahme ins Vereinsregister um fortan als „Traktor Schmiede Vettweiß-Kettenheim e.V.“ geführt zu werden. In den Jahren 2005 – 2006 errichteten die Mitglieder am Stammplatz Kettenheim ein schmuckes Vereinsheim
Das jährliche Traktorfest lockt weiter Besucher aus nah und fern an, es hat die Funktion eines Magneten. Die Ziele der Schmiede werden gelebt: Alte Traktoren reparieren, Landmaschinen und Geräte restaurieren und warten, sie zu pflegen und auch zu betreiben, die Jugend für dieses Hobby zu begeistern und den geselligen Umgang zu fördern.
Wir haben den Versuch gewagt aus Unterlagen und mündlichen Überlieferungen Vereine, Gruppen und Vereinigungen zu erfassen. Ob der Versuch in Gänze gelungen ist, sei dahingestellt. Letztlich mag der geneigte Leser dies entscheiden.
Doch eines bleibt festzuhalten. Die aufgeführten Vereine, Gruppierungen und Vereinigungen haben das dörfliche Leben, das Miteinander, das „Wir Gefühl“
geprägt und gestaltet. Sie haben durch ihr Auftreten, durch ihr selbstloses Engagement zum Zusammenhalt und zum Gemeinschaftsgefühl beigetragen, und dies, es soll nicht unerwähnt bleiben, in frohen wie in schweren Zeiten, stets zum Wohle des Dorfes und seiner Bevölkerung.
So muss es doch eine fortwährende Verpflichtung der Dorfbevölkerung sein, die Vereine bei ihren Festlichkeiten, bei ihren Veranstaltungen größtmöglich zu unterstützen und durch Teilnahme an den angebotenen Veranstaltungen das Wohlwollen auszudrücken und den Vereinen die nötige Wertschätzung zu vermitteln und dadurch auch für den Fortbestand einer funktionierenden Dorfgemeinschaft zu sorgen.