Einleitung

Wir wagen den Versuch, die Anzahl der Vereine, der Gruppen, der Vereinigungen und von Zusammenschlüssen, die bisher für das kulturelle Leben und den Zusammenhalt im Ort verantwortlich zeichneten und sich dazu auch heute noch teilweise berufen fühlen, zu erfassen. Ob es in Gänze gelingt? Es mag sich vielleicht ein Wagnis dahinter verbergen.

Für ein gutes, ein nicht zu übersehendes, ein ausgeprägtes Ortsbild sorgen Vereine, Gruppen, Vereinigungen und Zusammenschlüsse. Schauen wir auf unseren Ort. Hier ist die erste nachweisbare Vereinsgründung im Jahre 1848 vermerkt.

Auch ohne die Organisation von Vereinen wusste man in Vettweiß schon früh zu feiern. Das herausragendste jährliche Fest war das Kirchweihfest. Im Gedenken an die örtliche Kirchenweihe wurde im Anschluss an verschiedene Gottesdienste das Fest mit einem Markt fortgesetzt. Fahrende Gaukler, Sänger und Geschichtenerzähler, Angebote an Kleidung, Hüten, Kappen, Lebkuchen-Bude sowie Stände mit Alkoholausschank erfreuten sich großer Beliebtheit. Dass übermäßiger Genuss von Alkohol dabei zu lautstarken Auseinandersetzungen mit wilden Prügeleien und übelsten Beschimpfungen führte, nahm dem Fest oftmals die Freudigkeit. Bei den immer extremer ausufernden Alkoholexzessen entschied die Geistlichkeit vor Ort nach vielen Jahren: Feierlichkeiten, Kirchweih ja, aber ohne anschließenden Markt. 

Die Dorfgemeinschaft nahm diese Verfügung missbilligend zur Kenntnis. Sie erarbeitete einen Plan auf Durchführung einer „zivilen Festlichkeit“, die Order der Geistlichkeit ausschließend. Die Gemeinschaft entschied sich nunmehr für einen neuen Termin und wählte das dritte Wochenende im Monat September, bewusst nach dem Ende der Ernte. Dieser Termin hat noch heute seine Gültigkeit und wurde durch Zeitungsanzeigen schon vor dem Jahre 1848 beworben. Dem neuen Feierdatum gab die Gemeinschaft den Namen „Kirmes“, als Ableitung für „Kirchweihfest“.

Schlußwort

Wir haben den Versuch gewagt aus Unterlagen und mündlichen Überlieferungen Vereine, Gruppen und Vereinigungen zu erfassen. Ob der Versuch in Gänze gelungen ist, sei dahingestellt. Letztlich mag der geneigte Leser dies entscheiden.

Doch eines bleibt festzuhalten. Die aufgeführten Vereine, Gruppierungen und Vereinigungen haben das dörfliche Leben, das Miteinander, das „Wir Gefühl“

geprägt und gestaltet. Sie haben durch ihr Auftreten, durch ihr selbstloses Engagement zum Zusammenhalt und zum Gemeinschaftsgefühl beigetragen, und dies, es soll nicht unerwähnt bleiben, in frohen wie in schweren Zeiten, stets zum Wohle des Dorfes und seiner Bevölkerung.

So muss es doch eine fortwährende Verpflichtung der Dorfbevölkerung sein, die Vereine bei ihren Festlichkeiten, bei ihren Veranstaltungen größtmöglich zu unterstützen und durch Teilnahme an den angebotenen Veranstaltungen das Wohlwollen auszudrücken und den Vereinen die nötige Wertschätzung zu vermitteln und dadurch auch für den Fortbestand einer funktionierenden Dorfgemeinschaft zu sorgen.